Parfum-Flakon-Design: vom Duft zur Form
Einen Duft sieht man nicht. Der Flakon muss ihn behaupten, bevor jemand den Sprühkopf drückt. Bei SOL LAB u.t.s. beginnt Parfum-Flakon-Design darum nicht mit der Skizze, sondern mit der Frage, was der Flakon über die Marke sagen soll. Ramon Spaeti war 2008 bis 2012 Managing Director Produktdesign bei LHD Hamburg und hat dort mit den Markenhäusern Flakons für Luxus- und Lifestylemarken entwickelt. Für Nischen- und Indie-Parfums, Lizenz- und Lifestylemarken und Kosmetikmarken mit Duftlinie beginnt die Arbeit mit einem Tag Klarheit.
Wie wird ein Duft zur Form?
Im Regal entscheiden zuerst Auge und Hand: Kontur, Gewicht, die Kühle des Glases, die Farbe der Flüssigkeit dahinter. Form, Farbe der Flüssigkeit und Konzept entstehen deshalb gemeinsam mit dem Markenhaus, nicht nacheinander.
Glas ist dabei mehr als Hülle. Es bricht Licht, hat Gewicht und zeigt jede Unentschiedenheit der Form. SOL LAB u.t.s. gestaltet die Form, nicht den Duft. Der kommt von der Marke und ihren Parfumeur:innen.
Was vor dem ersten Entwurf geklärt wird
Bevor gezeichnet wird, braucht es Entscheide: Wofür steht der Duft, und wo steht die Marke? Für wen ist er gedacht? Welches Glas, welche Kappe, welche Farbe der Flüssigkeit? Wie viel Dekor verträgt die Form? Und braucht es eine Umverpackung, die mit dem Flakon zusammen gedacht wird?
Dazu kommt die Grundsatzfrage: Standardflakon oder eigene Form. Ein Flakon aus dem Sortiment einer Glashütte lässt sich über Kappe, Dekor und Umverpackung eigen machen. Eine eigene Form ist eigenständiger, verlangt aber mehr Entscheide, mehr Abstimmung mit den Herstellern und mehr Zeit bis zum Regal. Welche Variante passt, hängt davon ab, was der Flakon tragen muss. Diese Abwägung gehört an den Anfang und nicht in die dritte Entwurfsrunde.
Was sechs Sprachmodelle auf die Flakon-Frage antworten, steht in der Notiz «Präzise ins Altglas».
Ablauf in drei Stufen
Die drei Stufen sind dieselben wie bei jedem Projekt von SOL LAB u.t.s. (siehe Startseite). Jede lässt sich einzeln beauftragen.
Klarheit
Ein Tag, um die eigentliche Frage zu finden. Gespräch vor Ort oder online, Bestandesaufnahme von Produkt und Prozess. Ergebnis: eine schriftliche Zusammenfassung mit dem nächsten Schritt.
Brief
Wochen am Brief, bis Ziel, Form und Grenzen stehen. Workshops mit dem Team. Ergebnis: Design-Brief und Kriterien, die Richtung in Skizzen und Material.
Kollaboration
Begleitung vom Entwurf bis zur Umsetzung, mit Entscheiden an jedem Zwischenschritt. Beim Flakon heisst das: von der Skizze über das Mockup bis zum fertigen Produkt im Regal, mit Begleitung der Hersteller. Packaging und Umverpackung gehören dazu, wenn die Marke das will.
Erfahrung mit Flakons für Luxus- und Lifestylemarken
Bei LHD Hamburg war Ramon Spaeti von 2008 bis 2012 Managing Director der Produktdesign-Abteilung. Die Arbeit umfasste Konzept-, Marken-, Produkt- und Packaging-Entwicklung für Marken im Luxus- und Lifestylesegment, darunter Gucci, Dolce&Gabbana, Hugo Boss, Joop!, Adidas, Puma und Stetson sowie David Beckham und Kate Moss. Form, Farbe der Flüssigkeit und Konzept entstanden mit den Markenhäusern. Für Dolce&Gabbana gestaltete er neben Flakons auch Kosmetikartikel, für weitere Marken andere Lizenzprodukte. In dieser Zeit arbeitete er auch mit den Glashütten Heinz Glas und Bormioli Luigi. Ebenfalls aus diesen Jahren stammt die Arbeit für J.F. Schwarzlose Berlin, 1856 gegründet und 2012 wiederbelebt: Das Design entwickelte er unter der Leitung von Lutz Herrmann mit.
Nach der Zeit bei LHD Hamburg setzte er vor allem Designs für Nischenparfums um. Heute führt er SOL LAB u.t.s. in Pontresina im Engadin.
Die Markennamen stehen für Arbeiten aus der Zeit bei LHD Hamburg, nicht für heutige Mandate von SOL LAB u.t.s.
Zu den Cases: Flakons für Luxus- und Lifestylemarken und J.F. Schwarzlose Berlin. Zum Profil: Ramon Spaeti.
Häufige Fragen
Was macht ein Flakon-Designer?
Flakon-Designer:innen gestalten Form, Material, Proportion und Konzept des Flakons, abgestimmt mit der Marke. Dazu gehören Glas, Kappe und das Zusammenspiel mit der Farbe der Flüssigkeit. Etikett und Grafik sind ein eigenes Feld: Sie sitzen auf der Form, sie machen sie nicht.
Standardflakon oder eigene Form?
Ein Standardflakon spart Entscheide und lässt sich über Kappe, Dekor und Umverpackung eigen machen. Eine eigene Form ist eigenständiger und verlangt mehr Abstimmung mit den Herstellern. Welche Variante passt, klärt sich in den ersten beiden Stufen.
Wie läuft ein Projekt ab?
In drei Stufen: Klarheit, Brief, Kollaboration. Am Anfang steht die Frage, am Ende das Produkt im Regal, dazwischen Skizze und Mockup. Jede Stufe endet mit einem Ergebnis, auf dessen Grundlage die Marke entscheidet, ob es weitergeht.
Mit welchen Marken hat Ramon Spaeti gearbeitet?
Bei LHD Hamburg, 2008 bis 2012, mit Marken im Luxus- und Lifestylesegment, darunter Gucci, Dolce&Gabbana, Hugo Boss, Joop!, Adidas, Puma, Stetson, David Beckham und Kate Moss. Für Dolce&Gabbana gestaltete er neben Flakons auch Kosmetikartikel, für weitere Marken andere Lizenzprodukte. In derselben Zeit entwickelte er für J.F. Schwarzlose Berlin das Design unter der Leitung von Lutz Herrmann mit. Nach LHD setzte er vor allem Designs für Nischenparfums um.
Begleitet SOL LAB auch Hersteller und Glashütte?
Ja. In der dritten Stufe gehört die Begleitung von Herstellern dazu. Die Erfahrung mit Glashütten stammt aus der Zeit bei LHD Hamburg, unter anderem mit Heinz Glas und Bormioli Luigi. Welche Hersteller ein Projekt heute braucht, klärt der Brief.
Was kostet Flakon-Design?
Das hängt vom Umfang ab. Alle drei Stufen sind auf Anfrage. Der Start ist ein Tag Klarheit; danach ist der Umfang klar.
Arbeitet SOL LAB auch online oder nur im Engadin?
Das Studio ist in Pontresina im Engadin. Die erste Stufe, Klarheit, findet vor Ort oder online statt.
Ein Tag Klarheit als Start
Was soll dein Flakon sagen, bevor ihn jemand öffnet? Mit dieser Frage beginnt der erste Tag.